Treffen mit dem Auschwitz-Überlebenden Firkowski

Im Rahmen des XII. deutsch-polnischen Schüleraustauschs mit dem VIII. Liceum Ogólnokształcące trifft eine Schülergruppe den 91-jährigen Auschwitz-Überlebenden Miroslaw Firkowski in Łódź. Der Abend ist für alle Beteiligten sehr bewegend.

Großes Interesse an den autobiographischen Ausführungen

Miroslaw Firkowski wurde mit 18 Jahren wegen Verdachts auf Widerstandstätigkeit verhaftet und überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Neuengamme und Bergen-Belsen. Das Interesse war auf polnischer, wie auch auf deutscher Seite sehr groß. Es sind viele Schüler und Lehrer der polnischen Schule gekommen, wie auch die polnische Presse. Ein Dolmetscher übersetzte die ganze Veranstaltung, die insgesamt zwei Stunden dauerte. Sein Sohn begrüßte uns herzlich und leitete den Abend ein. Zu Beginn wurde ein bewegender Filmausschnitt gezeigt, indem er nach vielen Jahren Auschwitz wieder besuchte und über seine damaligen Erlebnisse sprach. Unter anderem erzählte er von einem Baum, der schon im Konzentrationslager stand, als er dort arbeiten musste. Damals war der Baum dünn und klein, heute sieht man an der Dicke des Baumes, dass das Leben weitergeht. Anschließend beantwortete er Fragen und führte seine Erzählungen fort.

Viele Fragen - schwierige Antworten

Die Fragen waren sehr unterschiedlich, jemand wollte wissen, in wie vielen Lagern er gewesen sei, oder ob er seinen Peinigern je vergeben habe; eine andere stellte die Frage, ob man nach all diesen Erlebnissen noch religiös sein könne. Er beantwortete jede dieser Fragen, wich aber manchmal aus oder beantwortete sie nur zum Teil. Er sagte, er könne seinen Peinigern nicht vergeben, aber Deutschland habe er vergeben, da nicht ganz Deutschland ihm diese schrecklichen Dinge angetan habe. Er sagte auch, dass er gläubig sei, es aber nicht praktiziere. Er erzählte, dass er mit seinen Kindern nie über das Erlebte gesprochen habe und sie nur auf Grund solcher Veranstaltungen davon hörten. Außerdem sagte er, dass er die alten Erinnerungen nicht vergessen wolle und könne. Er möchte seine Erinnerungen mit den neuen Generationen teilen, sodass so etwas nie wieder geschehen könne. Doch trotz all der vielen vergangenen Jahre könne er nach so einer Veranstaltung nicht gut schlafen.
(Nele Kuhn, Svenja Hubbeling)