Seit 2002 findet jedes Jahr der Deutsch-Polnische Schüleraustausch zwischen unserer Schule, dem Hansa-Gymnasium Köln und der Partnerschule, dem VIII. Liceum Ogólnoksztacace im Adam Asnyka in Lódz statt. Im Folgenden berichten zwei Schülerinnen aus der Q1 (Jahrgangsstufe 11), wie sie den Austausch erlebt haben.

Ein solcher Schüleraustausch ist für uns Schülerinnen und Schüler sehr wichtig, damit sich immer noch vorhandene Vorurteile aufheben und wir lernen, wie vielfältig und anders das Alltagsleben in anderen Ländern sein kann. Dieser Austausch wird von dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und dem Verein der Freunde und Förderer des UNECO-Gedankens, Hansa-Gymnasium Köln e. V., großzügig finanziell unterstützt. Auch in diesem Jahr war der Schüleraustausch eine schöne und wichtige Erfahrung. Während der jeweils acht Tage dauernden Begegnung im Juni in Köln und im September in Lódz konnten sich deutsche und polnische Jugendliche näher kommen und die gegenseitige Kultur kennenlernen. Diesmal hatten wir einen besonderen Grund zum Feiern, denn die deutsch-polnische Begegnung fand zum 10. Mal statt.

Festakt mit Theater und Musik

Lódz - die Stadt der vier Kulturen

Der jeweils in den beiden Schulen durchgeführte Festakt wurde für alle Gäste zu einem besonderen Erlebnis. Die polnischen Gastgeber führten für ihre Gäste kurze Theaterszenen und musikalische Einlagen vor, die sich an dem diesjährigen Projektthema orientierten: „Lódz – die Stadt des friedlichen Miteinanders der vier Kulturen“.

Friedliches Miteinander

Während der Hochphase der Industrialisierung war die Stadt Lódz eines der bedeutendsten Zentren der Textilindustrie. Die Bewohner der Stadt gehörten vor allem den vier Kulturen an, die dort friedlich zusammengelebt haben: Russen, Deutsche, Juden und Polen. Verschiedene Zeugnisse diese Miteinanders der Kulturen haben wir uns in Lódz angesehen. Besonders die noch sehr gut erhaltene alte russisch-orthodoxe Kirche und die letzte nach dem Holocaust verbliebene jüdische Synagoge haben uns besonders interessiert. Darüber hinaus haben uns die Zeugnisse der alten Industriekultur in Lódz begeistert.

Höhepunkte

Krakau: Der Marktplatz (Rynek)

Krakau und Auschwitz
Insgesamt bot das sehr vielfältige Programm eine ausgewogene Mischung aus Kultur, Geschichte und Freizeit. Die Höhepunkte des Austauschsprogramms waren unser Besuch des Konzentrations- und Vernichtungslagers in  Auschwitz sowie der Aufenthalt in der großartigen Stadt Krakau, wo wir neben dem Rynek - dem größten und wahrscheinlich auch schönsten mittelalterlichen Marktplatz Europas - auch das alte jüdischen Viertel Kazimierz erkundet haben.

Zu Besuch bei Miroslaw Firkowski
Unvergesslich bleibt aber die Begegnung mit einem Überlebenden aus Auschwitz. Dieser Besuch in dem Privathaus des polnischen Zeitzeugen Miroslaw Firkowski war eine einzigartige Möglichkeit, unsere Erfahrungen in Auschwitz besser zu verstehen. Für ihn ist es wichtig, seine Erinnerungen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, was er mit seinem Buch „Durch drei Konzentrationslager“ versucht hat. Wir haben uns alle das Buch gekauft und signieren lassen. Der Abend in der Familie Firkowski  endete mit dem sehr ergreifenden Gesang von Herrn Firkowski und seinem Sohn, die uns gemeinsam das Lied der „Moorsoldaten“ vortrugen.

Unser Fazit

Wir können den Deutsch-Polnischen Schüleraustausch in jedem Fall weiterempfehlen, weil man sehr viel erlebt, Neues sieht und es einfach Spaß macht, etwas mit Menschen anderer Länder zu unternehmen.

Lisa S. und Marta C. (Q1)

Ansprechpartner

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